Coffe­in-Dynamik

 

 

 

Peter Bützer

 

Inhalt

 

1     Geschichte. 2

2     Vorkommen. 2

3     Charakterisierung. 4

4     Physiologische Eigenschaften. 6

4.1      Aufnahme. 9

4.2      Abbau, Elimination. 9

4.3      Wirkungen. 11

5     Toxizität 12

6     Synergismus mit Alkohol 14

7     Coffein im Sport 14

8     Wissenschaftliche Publikationen zu Coffein. 17

9     Simulation. 19

9.1      Messungen. 20

9.2      Vergleich von Messungen mit der Simulation. 21

9.3      Interpretation. 21

10       Coffein als Insektizid. 23

11       Allgemeine Literatur 24

12       Aufgaben. 25

13       Lösungen. 25

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaffee eine Droge?

 

 

Prof. Dr. Peter Bützer, Pädagogische Hochschule, St.Gallen


 

1     Geschichte

 

Die ersten, die den Kaffeestrauch anbauten, um aus dessen Bohnen einen heissen, belebenden Aufguss zu bereiten, waren wahrscheinlich die jemenitischen Araber. Das Getränk nannten sie qahwa, das „Berauschende“. Im Jahre 1511 veranstaltete der Statthalter in Mekka, Khair-Beg, eine Anhörung, um zu klären, ob der Kaffee­genuss, der sehr um sich gegriffen hatte, mit dem Koran vereinbar sei. Die Gelehrten fanden, dass der Kaffee nicht trunken mache, wie der Wein, sondern den Verstand verdopple. Khair-Beg liess die Kaffeehäuser dennoch schliessen, weil sie Stätten der Aufruhr seien. Seit 1558 wird Kaffee in Europa in medizinischen und botanischen Werken erwähnt. Im 17. Jahrhundert hat der Kaffee in Europa Fuss gefasst. Wort­gewaltig haben die Reformatoren gegen den „Saufteufel“ gepredigt. Der Protestant Jean du Mont konterte: „Da der Schlaf dem Menschen mindestens einen Viertel seiner Lebens­zeit wegstiehlt, kann man die Mittel, die uns von dieser Knecht­schaft befreien können und uns helfen, eine so kostbare Sache wie die Zeit zurückzugewinnen, gar nicht genügend hoch einschätzen.“

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Kaffee in weiten Teilen Europas zum Volksgetränk geworden. Nicht verwunderlich, dass Koffein in dieser Zeit schon wissenschaftlich untersucht wurde[1]. Die Elementaranalyse mit dem korrekten Wert und dem Resultat 1832 von Liebig in Klammer[2]: C: 49.48 (49.79); H: 5.19 (5.08); N: 28.85 (28.83); O: 16.48 (16.30). Die daraus abgeleitete Formel war: N2C2O½+(C2H4 + ½ OH2) verdoppelt ergibt das: C8H9N4O was noch nicht der richtigen Formel von C8H10N4O2 entspricht. Die Ursache liegt wohl daran, dass wegen der Eigenschaft zu Sublimieren Kristallwasser angenommen wurde. Schon bald wurde erkannt, dass die Cacao-Bohne zum Coffein auch noch Theein und Theobromin enthält[3].

 

2        Vorkommen

 

Coffein, Theophyllin und andere sogenannte Methylxanthine findet man vor allem in den Beeren, Samen und Blät­tern des Teestrauchs, der Matepflanze sowie des Kakao- und Kolabaumes. Gewonnen wird es vor­wiegend aus Teeblättern (1,5 - 3,5% Coffeingehalt) und als Neben­produkt bei der Herstel­lung von coffein­freiem Kaffee. Mate (südamerikanische Teeart) hat bis zu 3,5%; Kolanuss: bis 6% Coffein.

 

Für die Kaffeepflanze (Coffea arabica) gibt es heute recht gute Hinweise, dass die Purinalkaloide genau in jenen Zeiträumen besonders hohe Konzentrationen aufweisen, in denen die Pflanze den Angriffen durch Herbivoren am stärksten ausgesetzt ist[4].

Seit alters verwendet man Extrakte verschiedener Pflanzen als Tees wegen ih­rer besonderen Eigenschaften. Die physiologische Wirkung ist in vielen Fällen auf den Ge­halt an Alkaloiden zurückzuführen. Alkaloide sind basische Pflanzenstoffe mit Stickstof­fen. Eine Pflanzenart enthält selten nur ein einzelnes Alkaloid, doch stehen die verschiedenen basischen Bestandteile gewöhnlich in enger Bezie­hung zueinan­der. So ist Coffein im Tee (Camellia sinensis) von einer Anzahl nahe verwandter Alkaloide begleitet. Im Gegensatz zum Kaffee hält die Wirkung von Coffein aus Guarana (Gehalt. 4-8%) länger an, da es an Basen gebunden sind – es ist die coffeinreichste Pflanze.

 

Tabelle 1: Xanthinderivate und physiologische Wirkungen (Xanthin: R1 = R2 = R3 = H)

R1

R2

R3

ZNS- stimulierend

Herzwirkung

Diurese

Coffein

CH3

CH3

CH3

+++

+

+

Theophyllin

CH3

CH3

H

++

+++

+++

Theobromin

H

CH3

CH3

-

++

++

ZNS: Zentralnervensystem

Coffein gehört chemisch zur Gruppe der Purine und Alkaloide.

 

Vergiftungen mit Theobromin von etwa 0.5 - 1 g aufwärts verlaufen ähnlich wie beim Coffein. Theophyllin ist toxischer als die beiden anderen Substanzen.

 

Trimethylxanthine, wie Coffein, blockieren bestimmte Adenosin-Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Nervenzellen, die daher nicht auf das beruhigend wirkende Adenosin ansprechen können.

Tabelle 2: Dosis Coffein in einer Tasse oder einem Glas mit 150 ml Inhalt (Normalgehalte)

Getränk

Gehalt (mg/150 ml)

übliche Einzeldosis (mg/150 ml)

Kaffee gemahlen

Espresso ca. 2/3

60 - 150

85

Kaffee löslich

40 -100

60

Kaffee entcoffeiniert

1 - 8

3

Maté

25 - 50

15

Tee (Schwarztee)

25 - 100

40

Kakao (je nach Zubereitung)

2 - 50

4

Energy - Drinks

30-50

48

Cola- Getränke

10 - 25

15

 

Coffeinhaltige Erfrischungsgetränke sind Limonaden (z.B. Cola), die mindestens 65 mg/L und höchstens 250 mg/L Coffein enthalten. Die Verwendung von Coffein ist deutlich zu kennzeichnen. Energy Drinks dürfen bis zu 320 mg/L Coffein enthalten.

 

Nach Baltes (Lebensmittelchemie) werden folgende Werte gefunden: Kaffee geröstet: 1.3 - 2%, Tee: 3 - 3.5%. (Coffein wird beim Rösten von Kaffee nur wenig abgebaut; durch den allgemeinen Röstverlust steigt der relative Gehalt im Röstkaffee sogar etwas an.)

 

Coffein entfaltet in der deutlich wahrnehmbaren Konzentration von 1g / Liter erst nach über 10 Sekunden die maximale Intensität[5].

 

3        Charakterisierung

 

  • IUPAC Name: 1,3,7-trimethylpurine-2,6-dione
  • 1,3,7-Trimethylxanthine, 3,7-Dihydro-1,3,7-trimethyl-1H-purine-2,6-dione, Methyltheobromine, Methyltheophylline
  • SMILES: N1(C)C(=O)N(C)C2=C(C1=O)N(C)C=N2
  • InChI=1/C8H10N4O2/c1-10-4-9-6-5(10)7(13)12(3)8(14)11(6)2/h4H,1-3H3
  • CAS Nr. 58-08-2
  • Abbildung 1: Reines Coffein

    Aufbau: 1,3,7- Trimethylxanthin, ein Purinderivat, Coffein gehört chemisch zur Klasse der Alkaloide.
  • Struktur: nicht völlig flach, keine chiralen Zentren
  • C8H10N4O2, MG. 194.19 g/mol
  • Smp.: 235-237°C, beginnt bei 178°C zu sublimieren
  • d = 1.23 g/cm3
  • pH: 6.9 (1% wässrige Lösung)
  • schwache Lewis-Base (Stickstoffe)

·         leicht löslich in heissem Wasser (1g in 46 ml, 2.17 g/100 ml); Wasser : 10-50 mg/mL, 23 C

o        95% Ethanol : 1 in 130,23 C

o        Methanol : Soluble

o        Aceton : 5-10 mg/mL,23 C

o        Andere Lösungsmittel:

o        Tetrahydrofuran: Löslich

o        Ether: 1 g/530 mL

o        Ethyl acetate: Löslich

o        Petroleum ether: Wenig löslich

o        Acetic acid: Löslich

  • Verteilungskoeffizient Kow (Octanol/Wasser) = 0.85,  log(Kow)exp = -0.5; (Tabelle 3).
  • farb- und geruchlos, leicht bitter schmeckend.
  • E 268, Lebensmittelzusatzstoff
  • MRTD[6]: 10 mg/kg KG/Tag
  • LD(50) oral Ratte: 192 mg/kg
  • EU Classification: Symbol: Xn , R: 22, S: (2-)   NFPA :
  • UN Classification: UN Hazard Class: 6.1

 

 

Strukturformel

Räuliches Modell

„Skelett“

Elektronnendichte-verteilung

3D-Modell (anklicken und drehen)

Abbildung 2: Molekülmodelle von Coffein

Tabelle 3: LogKow; Log P Calculation[7] (Verteilungskoaffizient Octanol-Wasser): SMILES : CN(c2c1n(C)cn2)C(=O)(N(C)C1(=O))

NUM

FRAGMENT DESCRIPTION     

COEFF

VALUE

  3 

  -CH3    [aliphatic carbon]               

0.5473

1.6419

  1 

  -N<     [aliphatic attach]               

-1.8323

-1.8323

  3 

  Aromatic Carbon                          

0.2940

0.8820

  1 

  -N    [aliphatic N, one aromatic attach] 

-0.9170

-0.9170

  1 

  -C(=O)N  [aromatic attach]                

0.1599

0.1599

  1 

  -NC(=O)N-    [urea]                      

1.0453

1.0453

  2 

  Aromatic Nitrogen [5-member ring]        

-0.5262

-1.0524

    

  Equation Constant                        

 

0.2290

 

 

 

Log Kow   =   0.1564 à

LogKow Estimated Log P:  0.16

Abbildung 3: Adenosin und Coffein

 

Experimental Database Structure Match:
Name:  Caffeine; CAS Registry Number :  000058-08-2
Experimental Log Kow:  -0.07
à Coffein ist lipophil, unpolar
Experim.
Reference  :  Hansch,C et al. (1995)

 

Der hohe Kaffekonsum in der Schweiz kann dazu verwendet werden, die Belastung von Oberflächen­gewässern durch Haushalte zu quantifizieren, und zwar aufgrund des Coffeingehalts. Das Coffein wird, wie auch andere organische Stoffe durch die Kläranlagen ziemlich weitgehend abgebaut, solange deren Fassungsvermögen nicht überschritten ist[8].

 

Coffein hat wenig konjugierte Doppelbindungen und ist daher im sichtbaren Bereich des Lichtes farblos.

Abbildung 4: UV-Vis-Spektrum von Coffein (Maximum bei 275 nm, also im UV-Bereich)


4        Physiologische Eigenschaften

 

Abbildung 5: Phosphodiesterase baut cyclo-AMP ab

Coffein wirkt in erster Linie auf die Grosshirnrinde (lat. Cortex cerebri, ist die äussere, an Nervenzellen reiche Schicht des Grosshirns). Die Wirkung des Coffein beruht im wesentlichen auf der Hemmung der Phosphodiesetera­se, die cyclo-AMP zu AMP abbaut (AMP: Adenosin-3',5'-monophosphat). Dadurch bleibt die über cyclo-AMP als second mes­senger ausgelöste Adrenalinwirkung länger erhal­ten. Im Gegensatz zu den Aufputschmitteln, wie Amphetamin, wirkt Coffein nicht euphorisierend. Die müdigkeitsverzögernde Wirkung von Coffein erklärt unter anderem auch die erhöhte Kapazität für intensive körperliche Arbeit und Ausdauersport. Die Feinmotorik kann durch Coffein hingegen gestört sein. Coffein wir jedoch von anderen Substanzen beeinflusst. Autofahrer, die geringe Mengen Coffein zu sich genommen hatten, ermüdeten weniger schnell und konnten besser die Spur halten[9]. Wenn das Coffein aber zum Beispiel mit zuckerhaltigen Energy-Drinks eingenommen wurde, fielen diese positiven Effekte weg – und zwar umso stärker, je mehr Dextrose die Getränke enthielten. Durch höhere Coffein-Dosen konnte die negative Wirkung der Dextrose teilweise wieder aufgehoben werden (siehe auch 4.2.)

 

Eine andere Theorie sagt, dass Coffein als Konkurrent zu Adenosin um dessen Bindungsstellen kämpft und damit die Aktivität dieser Nervenzellen hemmt.

Abbildung 6: Coffein in 3D-Darstellung

(auf das Bild klicken und das Molekül drehen)

Abbildung 7: Adenosin in 3D-Darstellung

(auf das Bild klicken und das Molekül drehen)

 

Wird Adenosin durch Coffein verdrängt, wird das Nervensystem angeregt. Da das cyclo-AMP in der Lage ist, Transportsysteme in den Membranen zu beeinflussen, kommt die Wirkung von Histamin auf die HCl-Sekretion im Magen zustande (Magensäureausscheidung). Durch den Genuss grosser Mengen Kaffees kann eine Überproduktion von HCl zu Sodbrennen oder Gastritis führen.

Laut einer Studie an über 61 000 schwedischen Frauen im Alter von 40 bis 74 Jahren hängt der Kaffeekonsum nicht mit dem Risiko für eine Darmkrebserkrankung zusammen[10].

 

Coffein kann neben der Magensäureproduktion auch die Produktion von Gallenflüssigkeit anregen, was sich positiv auf die Fettverbrennung auswirkt. Auf diesem Wege kann der Körper mehr Energie bereitstellen, wodurch die sportliche Leistungsfähigkeit erhöht wird.

 

Bereits in geringen Mengen stimuliert Coffein die Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse. Das dürfte im Zusammenhang mit der inhibitorischen Wirkung von Zucker auf Coffein stehen.

 

Coffein fördert die Freisetzung von Fettsäuren aus den Fettdepots. Aber erst ihr vermehrter Umsatz (Fettverbrennung zur ATP-Bereitstellung) bringt Resultate beim Körperfettgehalt und dazu gehören nachgeschaltete Belastungsumfänge und -intensitäten.

 

Die Anwendung in der Medizin als wirksames Kreislaufmittel (Analeptikum) ist bekannt. 2-3 Tassen Kaffee[11] erhöhen den Grundumsatz um 10-12%[12]. Die coronare Durchblutung wird ver­bes­sert, was zu einer verminderten Herz­arbeit führt.

 

Coffein ist für die Ryanodin-Rezeptoren, eine Familie membranständiger Calciumionenkanäle, ein Agonist. Bei dieser Aktivierung fliesst Calcium in das Zellinnere, das Zytosol.

 

 

Geschlechtsunterschiede

 

In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie von 688 jungen Frauen und Männern (22±2 Jahre) wurde der Effekt von coffeinhaltigem (100 mg Coffein) und entcoffeiniertem Kaffee (5 mg Coffein) nach 10, 20 und 30 Minuten gemessen[13].

 

Die beobachteten Coffeineffekte waren bei Männern signifikant grösser, als bei Frauen. Der coffeinhaltige Kaffee war anregend zu allen drei Zeiten, während entcoffeinierter Kaffee nur nach 10 Minuten, vor allem bei Frauen, Effekte zeigte.

 

Abbildung 8: Temperatur im linken Zeigefinger gemessen nach Einnahme von a) 1dl heisser doppelter Expresso und b) 2 dl kaltes Coca-Cola

 

Die Messungen erfolgten mit den Surface Temperature Sensor von Vernier, indem der Sensor mit einem Heftpflaser auf der Unterseite der Hand an den Finger geklebt wurde. Dass auch das kalte Coca-Cola zu einem Anstieg der Temperatur führte, macht deutlich, dass es nicht die Energie des Getränks war, welches diesen Effekt zur folge hatte.

 

Die therapeutische Dosis beträgt 0,1 g. Dosen über 1 g führen zu Unruhe, Herzklopfen manchmal Kopf­schmerzen und erhöhter Reflexerregbarkeit. Coffein verlängert dosisabhängig die Schlaf­latenz, verschlechtert subjektiv die Schlafqualität und verkürzt die Gesamtschlaf­dauer. Die ersten Tiefschlafphasen werden verkürzt und die Leichtschlafphasen verlängert. Ausnahmen können ältere Leute und Personen mit Bluthochdruck sein, bei welchen das Einschlafen durch Coffein gefördert werden kann! (Hormesis). Coffein kann nicht nur den Wachzustand aufrechterhalten, sondern auch helfen, die innere Uhr zu verstellen, um sie etwa an eine andere Zeitzone anzupassen[14] – damit vermindert sich der Jet-lag.

 

Bei gewohnheitsmässigen Kaffeetrinkern (5 Tassen pro Tag) kann ein 18-stündiger Coffeinentzug zu leichten Kopfschmerzen führen. Gewohnheits-Kaffeetrinker reagieren auf den Morgenkaffee mit positivem subjektivem Empfinden, jedoch nicht auf Placebo.

In der Medizin findet Coffein Anwendung bei Herzschwächen, Neuralgien, Kopf­schmerz, asthmatischen Anfällen, Heufieber, Nicotin-, und Morphin- Vergiftungen.

 

Combemale erwähnt mit Hinweis auch auf andere Autoren, dass Kolanuss wirksamer sei als Koffein[15].

Es wäre falsch, die anregende Wirkung von Kaffee nur dem Coffein zuzuschreiben, denn man hat in coffeinhaltigem aber auch in coffeinfreiem Kaffee eine anregende Wirkung gefunden[16],[17].

 

 

4.1     Aufnahme

 

Coffein wird in der Regel rasch aus dem Magen und Zwölffingerdarm ins Blut aufgenommen. Die Bindung an Chlorogensäuren löst sich im Magen. Die Zeit, bis die maximale Konzentration im Blut er­reicht wird beträgt 30 8 Min. Mit kohlesäurehaltigen Getränken wird Coffein rascher aufgenommen. Die Freisetzung des Coffeins kann durch Gerbstoffe verzögert werden[18] z.B von Guaraná. Das Coffein wird im Gegensatz zum rasch verfügbaren Coffein aus Kaffee langsam freigesetzt; die Wirkung hält etwa vier bis sechs Stunden an.

 

Erst einmal in den Adern angelangt, erreicht das Coffein in weniger als fünf Minuten die Organe und das Nervensystem[19]. Aufgrund seiner lipophilen Eigenschaften und der Kleinheit des Moleküls kann Coffein die Blut-Hirn-Schranke gut überwinden und die Plazentaschranke passieren.

 

Die Plasmakonzentration mit 140 mg Coffein ist bei Gesunden etwa 1.5 +/- 0.8 μmol/l.

 

Die Bioverfügbarkeit ist 90 - 100% (praktisch alles Coffein geht in den Stoffwechsel)

 

Das Verteilvolumen beträgt im Mittel:

Für Erwachsene: 0.35 - 1.1 l/kg (Liter Blut/kg Körpergewicht)

Für Neugeborene: 0.78 l/kg

 

Der Coffeinspiegel im Blut kann z.B. durch coffeinhaltige Kaugummi relativ lange hoch gehalten werden[20].

 

 

4.2    

  Abbildung 9; Xanthin und Harnsäure

Abbau, Elimination

 

Die Elimination ist von der Blut-Konzentration abhängig und folgt recht gut einer 1. Ordnung (exponentieller Verlauf).

 

Eliminationshalbwertszeiten im Mittel:

 

3 - 5 Std. für Erwachsene,

7.5 - 12.5 Std. bei Schwangeren,

36 - 144 Std. beim Neugeborenen.

 

 

Abbildung 10: Simulationsdiagramm der Coffein-Elimination (Simulation Typ 2)[21]

 

Abbildung 11: Zeitdiagramm (c(0)=100, ke=0.15 à HWZ=ln(2)/ke = 4.62)

 

Die oben erwähnten 3-5 Stunden entsprechen 23% – 12% Elimination pro Stunde[22].

 

Durch die verzögerte Ausscheidung hält für Schwangere die Coffeinwirkung doppelt und Neugeborene bis zu zehnmal länger an. Da Coffein durch die Placenta diffundieren kann, sind Ungeborene diesem Wirkstoff auch ausgesetzt.

 

Frauen bauen Coffein im Durchschnitt 25% rascher ab, als Männer[23]. Bei Rauchern reduziert sich die Koffein-Halbwertszeit um 30–50 %.

 

Im Organismus wird Coffein partiell demethyliert (zu Xanthinen und Harn­säurederivaten) und oxidiert (zu Harnsäurederivaten). Die Hauptausschei­dungs­produkte im Urin sind Di- und Monomethylxanthin sowie Mono-, Di- und Trime­thylharnsäure (nicht zu Harnsäure, daher keine Erzeugung von Gicht). Metabolisiert werden 90-92%, 8-10% werden unverändert ausgeschieden (im Urin mit 140 mg Coffein bei Gesunden: 0.23 +/- 0.04 h-1; 3.1 +/- 0.9 ml/min per kg)[24]. Medikamente, welche die Leberenzyme (z.B. Cytochrom p450) anregen beschleunigen den Abbau von Coffein.

 

Abbildung 12: Das Enzym Cytochrom p450 baut Coffein ab.

Cytochrome P450 (CYP) sind die Enzym-Familie von Hämproteinen. Sie gehören zu den Oxidoreduktasen.

 

 

Verzögerungen (bis zu 6 Stunden) bewirken die Flavonoide im Tee, Zucker, Kaffeesatz (türkischer Kaffee) und die Guarana-Ballaststoffe. Kontrazeptiva oder Alkohol verlängern die Abbauzeit[25].

 

 

4.3     Wirkungen

 

Infolge der Bindung von Coffein an die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn bewirkt es eine schwache Euphorie und dadurch möglicherweise Verminderung von Depressionen. Die stimulierende Wirkung auf das Nerven- und Blutgefässsystem entfaltet das Coffein durch Bindung an die Rezeptoren. Bei häufiger Aufnahmen bilden die Neurone zusätzliche Rezeptoren aus, an denen sich dann auch Adenosin bindet. Daher verleiht der Kaffee vor allem bei gelegentlichem Genuss die grösste Wirkung.

 

Den Weck-Effekt verdanken wir nicht nur der anregenden Wirkung des Alkaloids, sondern ebenso der Linderung leichter Entzugserscheinungen, die sich über Nacht entwickelt haben. Denn lässt die Wirkung des Coffeins nach, bildet sich verstärkt Adenosin, durch welches sich Kaffeetrinker noch viel matter fühlen als vor dem Genuss.

 

Die überschiessende Adenosin-Wirkung nach Coffein-Entzug führt bei manchen Personen zu Unwohlsein und Kopfweh (meist nur etwa 24 Std. lang). Weitere Wirkungen (teils durch Antagonismus zu Adenosin, bei höheren Konzentrationen auch durch Blockierung der Phosphodiesterase) sind: Verstärkung der Ausschüttung von Adrenalin und anderer Hormone im Gehirn, Verbesserung mentaler Fähigkeiten (z.B. Rechnen), Erhöhung von Herzschlagfrequenz und Kontraktionsstärke, Erhöhung des Blutdrucks (wenig, nur nach jeweils etwa 24 Std. Abstinenz), Aktivierung der Triglyceridlipase im Fettgewebe (Fettabbau, ab etwa fünf Tassen Kaffee), Steigerung des Glykogenabbaus (Sättigungsgefühl), der Magensaftsekretion (Salzsäure, Pepsinogen, evtl. Gastrin), Verstärkung der Diurese (Zunahme von Blutfluss und Filtration in der Niere), aber zentral gehemmt, daher weitere Verstärkung durch Ethanol, Begünstigung von Muskelkontraktionen (z.B. Verbesserung des Maschinenschreibens, indirekte Wirkung), Stress-Syndrom bei hohen Dosen (ab 2–3 Tassen Kaffee: ACTH und Cortisol erhöht). Die genannten Effekte von Coffein als ergogenem[26] Wirkstoff werden durch Gewöhnung abgeschwächt.

 

Der Körper stellt sich in kurzer Zeit auf das Coffein ein und kompensiert innerhalb eines Tages den Flüssigkeitsverlust. Kaffee daher nicht mehr als Flüssigkeitsräuber, sondern füllt das Flüssigkeitskonto genauso wie Mineralwasser, Tee oder ein anderes alkoholfreies Getränk[27].

Hohe Dosen wirken individuell sehr oft unterschiedlich.

 

85 - 300 mg/60 kg    : Erhöhung der geistigen Leistungsfähigkeit bei Additionsaufgaben um 15%. Bei grösseren Mengen nimmt die Fehlerzahl zu!

200-400 mg/60 kg   : Leistungssteigerung im Sport

500     mg/60 kg       : Händezittern, Erregung, Schlaflosigkeit

6000   mg/60 kg       : Aufputschmittel bei einem Radrennfahren am Sechstagerennen (Moeschlin)

5000   mg/80 kg       : Kaffeekonsum von Voltaire und Balzac.

10'000 mg/60 kg      : Letal

 

Die geistige Leistungsfähigkeit durch Coffein wird dadurch gesteigert, dass sich gewisse Blutgefässe im Hirn etwas erweitern, und somit das Grosshirn besser durchblutet wird. Eine Verbindung von Coffeinaufnahme, verbesserter Leistungsfähigkeit und einer erhöhten neuronalen Aktivität konnte mit fMRI nachgewiesen werden. Möglicherweise wird demnach durch Coffein nicht die Reaktions­geschwindigkeit, sondern die Zugriffszeit auf Gedächtnisinhalte erhöht[28].

 

Die Erhöhung der Leistungsfähigkeit ist mehrfach bestätigt, z.B.[29]: "Caffeine (200 and 300 mg) significantly improved visual vigilance, choice reaction time, repeated acquisition, self-reported fatigue and sleepiness with the greatest effects on tests of vigilance, reaction time, and alertness. Marksmanship, a task that requires fine motor coordination and steadiness, was not affected by caffeine. The greatest effects of caffeine were present 1 h post-administration, but significant effects persisted for 8 h."

Bei mehr als 150 000 amerikanischen Frauen über den Zeitraum von zwölf Jahren wurde an der Harvard-Universität in Boston festgestellt, dass Kaffeetrinken den Blutdruck nicht erhöht. Bei Cola – Getränken , egal ob light oder nicht, konnte ein solcher Zusammenhang jedoch hergestellt werden.

 

 

5        Toxizität

 

Die orale letale Dosis nach Sax liegt für einen Erwachsenen zwischen 5 und 30 g (Mittelwert 10 g). LD(50) oral Ratte: 192 mg/kg. (Weitere Tox-Daten: ORL-RAT LD50 192 mg kg-1; IPR-RAT LD50 260 mg kg-1; IVN-RAT LD50 105 mg kg-1; ORL-HMN LDLO 192 mg kg-1; SCU-RAT LD50 170 mg kg-1; IPR-GPG LDLO 220 mg kg-1).

 

Stärkere Vergiftungen von 0.5 g aufwärts äussern sich in Aufgeregtheit, Tremor der Hände, Schlaf­losigkeit, Tachykardie evt. Durchfall und Harndrang. Bei noch höheren Dosen treten starke Erregungs­zustände, evtl. bis zu Delirien und Krämpfe auf.

Unerwünschte Reaktionen können bei 8 bis 15 mg/kg KG auftreten.

 

Während der Einnahme von Kontrazeptiva, in der Schwangerschaft, und vor allem bei Neugeborenen (bis zu drei Monaten) sowie bei Leberschäden ist die Elimination verzögert. Coffein gelangt bei Schwangeren über die Plazenta-Schranke in den Embryo, bei Stillenden auch etwas in die Milch. Bei Schwangeren besteht bei Dosierungen über 600 mg pro Tag die Gefahr vermehrter Aborte und Früh­schwan­gerschaften. Coffein könnte teratogen sein. Eine dänische Untersuchung an 18'000 Schwangeren hat gezwigt, dass bei acht und mehr Tassen Kaffee pro Tag die Zahl der Totgeburten (nach der 28. Schwangerschaftswoche) um einen Faktor 2.2, bei vier bis 7 Tassen pro Tag um einen Faktor 1.4 anstieg. Bei 1 bis drei Tassen Pro Tag konnte keine Erhöhung des Risikos festgestellt werden[30].  Bei diesen Studien ist berücksichtigt, dass Frauen mit einem hohen Kaffeekonsum oft auch rauchen und im Schnitt mehr Alkohol trinken.

Neuere Untersucheungen zeigen hingegen[31]: Zu viel Kaffee (oder andere koffeinhaltige Getränke) können eine Fehlgeburt auslösen, warnen US-Epidemiologen im Journal of Obstetrics and Gynecology (Online). Nach ihrer Studie verdoppelt sich das Risiko bereits bei zwei Bechern aufgebrühtem Kaffee pro Tag.

 

Die letale Dosis von reinem Coffein liegt bei etwa 10 g für den Menschen[32] (Kinder 5 g) oder 125 Tassen Kaffee; bei rund 3.5 g (30–50 Tassen Kaffee innerhalb kurzer Zeit) treten Erbrechen, Bauchkrämpfe, Ruhelosigkeit und Muskelzuckungen auf. Eine chronische Toxizität (15–80 Tassen/Tag) kann sich in Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, Herzklopfen und andere Symptomen äussern, doch bestehen grosse individuelle Unterschiede, so dass diese Dosen auch symptomlos vertragen werden können. Sehr schwache teratogene Wirkungen wurden bei Mäusen schon ab 2 mg/kg Körpergewicht/Tag (entsprechend zwei Tassen Kaffee/d für Menschen, während der ganzen Schwangerschaft) beobachtet, Missbildungen ab 50 mg/kg/d (entsprechend 50 Tassen Kaffee/d) oder ab 200 mg/kg Coffein einmalig. Obwohl Menschen vermutlich viel unempfindlicher sind, wird doch zur Mässigung während der Schwangerschaft geraten, zumal Coffein die teratogene Wirkung anderer Substanzen verstärken kann. Eine mutagene Wirkung (Verhinderung der DNA-Reparatur) dürfte erst bei Konzentrationen eintreten, die 40–4000 mal so gross sind wie bei starken Kaffeetrinkern. Coffein und das bei seiner Oxidation entstehende 8-Oxocoffein wirken in Modellsystemen als gute Radikalfänger und Antioxidanzien.

 

Coffein kann durch die Haut aufgenommen werden (Coffeinsalben) und somit bei lädierter Haut gefährlich sein[33].

Die Coffeinkinetik ist bis zu toxischen Konzentrationen linear dosisabhängig.

 

6        Synergismus mit Alkohol

 

Ethanol erhöht die Serumkonzentration von Coffein. Die gleichzeitige Gabe von Ethanol mit Coffein verschlechtert die Re­akti­onszeiten; entgegen den landläufigen Empfehlungen!! Die kinetischen Parameter von Alkohol verändern sich da­bei nicht wesentlich, ausser, dass der Abbau verlangsamt wird.

 

7        Coffein im Sport

 

Nimm dir Zeit für die siegbringende Tasse Kaffee[34]

Coffein ist seit dem 1.1.2004 nicht mehr als Dopingsubstanz ausgewiesen!!

 

Immer wieder kommen Dopingskandale ins Gerede. Nun gibt es aber Erkenntnisse, dass selbst der üb­liche Kaffee ganz wirksam sein kann. Selbstverständlich ist es wissen­schaftlich nicht neu, dass Coffein anre­gend wirkt. Im Roche Lexikon Medizin ist schon be­schrieben: "Wirkt erregend auf die Grosshirnrinde, Atem- und Kreislaufzen­trum, bewirkt Erweiterung der Blutgefässe und Diurese." Diese Erkenntnisse wurden nun prak­tisch bei Sportlern ge­testet - und in den Auswirkungen fast spektakulär bestätigt.

Athleten können ihre Leistungen beachtlich verbessern, wenn sie einige Tassen Kaffee vor den Wett­kämpfen zu sich nehmen. Sportwis­senschafter am Christ Church College in Canterbury stellten fest, dass Athleten, welche einen Drittel des erlaubten Coffeins zu sich nehmen, schneller lau­fen und mehr Energie­reserven für den Schlusssprint haben.

Die Wissenschaftler, unter der Führung von Steve Bird, gaben 18 Athleten 3.5 Deziliter starken Kaffees (ca. 200 mg Coffein, ca. 3 mg/kg KG) vor ei­nem 1500 m Lauf. Verglichen wurde mit derselben Menge von coffe­infreiem Kaffee.

Die Resultate waren damals verblüffend. Das Coffein verringerte die Laufzeit um durchschnittlich 4.2 Sekunden, die Lauf­geschwindigkeit in der letzten Minute nahm um rund 0.6 km pro Stunde zu. Nach der Coffeineinnahme atmen die Athleten rascher und tiefer, womit sie den Muskeln mehr Sauerstoff zuführen. Sie sind auch weniger anfällig auf Ermüdung.

Die Überraschung durch diese Resultate war bei den Dopingfachleuten gross. So ist die Aussage eines Trainers nicht überraschend: Entweder wird in Zukunft die maxi­male Menge an Coffein noch weiter verringert, oder jeder Athlet wird sein Coffein einnehmen müssen damit er seine Chancen wahren kann.

 

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte früher eine Limite für Coffein bei 12 Mikrogramm pro Milliliter Urin festge­legt[35] – seit Januar 2004 sind Coffein und Pseudoephedrin von der Dopingliste gestrichen. Der Dopingnachweis im Urin war somit positiv ab der Einnahme von > 4-8 mg/KG. Das entspricht  ca. 4-5 Tassen starken Kaffees (400 – 500 mg Coffein) oder 3-4 Liter Cola eine bis zwei Stunden vor dem Wettkampf.

 

Beim Radsportprofi Gianni Bugno wurden 1994 vor den Titelkämpfen in Agrigento in einer verbandsinternen Dopingkontrolle 16.8 Mikrogramm Coffein pro Milliliter Urin nachgewiesen. Bugno bestritt, wissentlich gedopt zu haben, er habe den Wert durch die Hitze mit viel Tee, Kaffee und Coca-Cola erreicht. Im September 1994 sprach Italiens Olympisches Komitee eine Zweijahres-Sperre aus, die primär abschreckende Wirkung zeigen sollte – jedoch 5 Wochen später vom italienischen Radsportverband auf drei Monate reduziert wurde[36]. Wegen Coffein-Dopings war im August 2003 noch der 800-m-Läuferin Letitia de Vriesde (Surinam) bei den Panamerikanischen Spielen die Goldmedaille aberkannt worden.

 

Gut dokumentierte Untersuchungen haben gezeigt, dass in Einzelfällen bereits bei einer Zufuhr von etwa 300 mg Coffein (2 Tassen mit je 150 ml eines stark bereiteten Kaffees) innerhalb einer Stunde Werte von über 12 µg/ml erreicht werden können. Da die Halbwertszeit von Coffein bei etwa 4-6 Stunden liegt, kann es im Laufe des Tages bei kontinuierlichem Genuss von coffeinhaltigen Getränken zur Akkumulation der Coffeinwerte kommen und der Grenzwert schnell überschritten werden. Auch ein individuell abweichender Stoffwechsel (Coffeinmetabolismus) kann zu einer erhöhten Coffein-Ausscheidung führen. Espresso wird nicht als normaler Kaffee angesehen, da die Coffein­konzentrationen deutlich höher sind.

 

Der Gehalt an Coffein in einer Kaffeebohne beträgt 1-2%. Teeblätter beinhalten 2-5% Coffein. Eine Tasse Kaffee enthält 50-200 mg Coffein. Eine Tasse Tee enthält 40-100 mg Coffein. Colagetränke nur etwa 25 mg/dL.

Die Kakaobohne enthält 1.5-3% Theobromin. Der Gehalt an Theobromin in verschiedenen Produkten ist wie folgt: Kakaopulver, 14-20 mg/g; Milchschokolade, 1.5-2 mg/g; dunkle Schokolade, 5 mg/g; Kochschokolade, 15 mg/g. Weisse Schokolade enthält praktisch kein Theobromin.

 

Und wie ist die Wirksamkeit dieses legalen Dopings? Verschiedene weitere Auswertungen haben die Wirksamkeit von Coffein belegen können[37],[38]:

 

Tabelle 4: Leistungsdauer, Leistungsvermögen, Coffein-Konzentration im Urin und Urin-Ausscheidung für jede Gruppe Durchschnitt (+/-SA)

Placebo-Wasser

Pacebo-CES

CES-150mg

CES-225mg

CES-320mg

Leistungsdauer in min

62,5

61,5

60,4

58,9

58,9

Leistungsvermögen zu Placebo-CES

292

295

299

308

309

Arbeit Watt*Min

1825

1814

1806

1814

1820

Leistungssteigerung in %

 

 

1.3

1.8

1.9

Coffein-Konzentration im Urin mg/ml

0

0

1,3

1,9

2,5

Urinausscheidung (ml)

322

199

216

290

215

 

Obwohl Coffein eine diuretische Wirkung hat, trat diese wenig auf, wenn Coffein kurz vor und während der Leistung eingenommen wurde.

 

Abbildung 13: Leistungsvermögen in Watt bei steigenden Coffeindosen (mit Kohlehydrat-Elektrolytlösung)

Interpretation: Die Aufnahme bei Sportlern beträgt 3 – 6 mg/kg Körpergewicht, bei 70 kg also 210 – 420 mg. Damit steigt das Leistungsvermögen von 295 Watt auf 304 – 316 Watt, was einer Leistungzunahme von 8 bis 18% entspricht.

 

Abbildung 14: Einfluss der Coffeineinnahme bei Ausdauersportarten[39]

Die Leistungsdauer nimmt beim Standfahrrad um 51% (unten), beim Laufband um 44% (oben) zu.

 

Mit 4.9 mg/kg Körpergewicht Coffein wurde in einer anderen Untersuchung bei Radfahrern festgestellt, dass sie eine Belastung um 20% länger durchhalten können[40]. Die Leistungsverbesserung wird mit einer erhöhten Adrenalinkonzentration im Blut erklärt.

 

An der Universität Birmingham wurde gezeigt, dass auf einem Rundkurs über 40 km das normale Training am effektivsten ist, es verbessert die Zeit um 1 bis 7 Minuten. Mit einer aerodynamisch günstigen Haltung lassen sich gleichfalls einige Minuten gewinnen. Coffein in mässigen Dosen bringt vergleichsweise aber noch immerhin 55 bis 84 Sekunden, während bei einem längeren Aufenthalt in der Höhe als Vorbereitung nur rund 30 Sekunden möglich sind[41].

 

Die Muskeln von Sportlern erholen sich wesentlich schneller von Belastung, wenn nach dem Training mit den Kohlehydraten fünf bis sechs Tassen Kaffee eingenommen werden. Der Effekt ist gross: Die Neubildung von Glykogen in den Muskeln verläuft unter dem Einfluss von Koffein um rund 66% schneller[42]. Erst vier Stunden nach der Mahlzeit stellt sich der Effekt des Coffeins (4 – 6 Tassen starker Kaffee) ein, aber dann enthielt die Muskulatur bei zusätzlicher Koffeineinnahme gut 33 Prozent mehr Glykogen. Die notwendigen grossen Dosen führen jedoch oft zu unerwünschten Nebenwirkungen (Schlafstörungen etc.).

 

Folgerung

 

Mit Coffein wird bei Ausdauersportarten die Leistung und die Leistungsdauer (eigentlich die Arbeit: Leistung mal Zeit) signifikant erhöht.

 

8        Wissenschaftliche Publikationen zu Coffein

 

Von PubMed[43] wurden von 5019 Publikationen der Jahre 1998-2008 mit dem Suchbegriff „caffeine“ die Titel, Abstracts und die Indizes bezüglich ihrer Zitierungen, zitierende und zitierte, mit CiteSpace[44] ausgewertet – sogenanntes „Text Mining“. Das ergab folgende interessante Zusammenstellung, die zeigt, in welchem Zusammenhang Caffeine auftritt.

 

Abbildung 15: Begriffe und Verbindungen, die in 5019 Publikationen zu Coffein auftreten.

 

Viele Begriffe oder Kategorien sind sehr allgemein, aber wichtige Schlüsselworte geben doch genügend Hinweise, dass in den zehn Jahren von 1998-2008 keine ganz neuen Gebiete sehr wichtig geworden sind. Selbst die Wirkungen auf den Ryanodine-Rezeptor haben keine neue Publikationsflut ausgelöst.

Die „citation history“ von „caffeine“ zeigt bei 4962 Publikationen, dass das Interesse an dieser Substanz ziemlich konstant geblieben ist.

 

Abbildung 16: Zitationen von "caffeine" in den Jahren 1998-2008 in PubMed

9     Simulation

 

Abschätzung des Konzentrationsverlaufs mit einem einfachen Modell (Dynasys, Vensim oder Stella):

Konzentrationen bei Aufnahme von ca. 400 mg Coffein (Blutvolumen 5000 ml).

 

Simulationsdiagramm[45] (Simulations-Typ 4)[46]

 

Abbildung 17: Simulationsdiagramm der Resorption und Elimination von Coffein

 

Abbildung 18: Zeitdiagramm der Resorption und Elimination von 400 mg Coffein. Ordinate: Konzentration in Milligramm pro Milliliter Blut, Abszisse: Zeit in Minuten

 

Dokumentation (Gleichungen, Parameter)

 

(01)      Blut= INTEG (Resorption-Elimination,                 0)

            Units: mg [0,?]

(02)      Blut Konzentration=                  Blut/Blut Volumen

            Units: mg/ml [0,?]

(03)      Blut Volumen=              25

            Units: ml [10,40]

            Vc = 25 l

(04)      Elimination=                 ke*Blut

            Units: mg/Hour [0,?]

(05)      FINAL TIME  = 24

            Units: Hour

            The final time for the simulation.

(06)      HWZe=             7

            Units: Hour [3,12]

            Halbwertszeit ca. 3-7 Stunden (Erwachsene)

(07)      HWZr=             0.25

            Units: Hour [0,1]

            Der maximale Blutspiegel wird nach ca. 30 Minuten erreicht

(08)      INITIAL TIME  = 0

            Units: Hour

            The initial time for the simulation.

(09)      ke=                  ln(2)/HWZe

            Units: 1/Hour [0,?]

(10)      kr=                   ln(2)/HWZr

            Units: 1/Hour [0,?]

(11)      "Magen-Darm"= INTEG (-Resorption,                  133.8)

            Units: mg [0,?]

            Menge des Test (200 mg Coffein-Sulfat)

(12)      Resorption=                  kr*"Magen-Darm"

            Units: mg/Hour [0,?]

(13)      SAVEPER  = 0.5

            Units: Hour [0,?]

            The frequency with which output is stored.

(14)      TIME STEP  = 0.01

            Units: Hour [0,?]

            The time step for the simulation.

 

9.1     Messungen[47]

 

Abbildung 19: Messungen von 417 Coffein-Plasmakonzentrationen. Der Mittelwert ist als Kurve dargestellt.

 

9.2     Vergleich von Messungen mit der Simulation

 

Abbildung 20: Vergleich des Mittelwerts von 417 Messungen mit der Simulation.HWZ (Resorption: 0.25 h, Elimination: 7 Std., Verteilvolumen: 25 l)

 

Die Parameter der Simulation stimmen nur ungefähr mit den Interpretationen der Studie überein, weil hier der Mittelwert verwendet wurde.

 

 

9.3     Interpretation

 

Die maximale Blutkonzentration wird nach ca. 45 Minuten erreicht.

Die Ausscheidung ist viel langsamer. Im Urin wird ein noch 10 mal geringerer Wert als im Blut gemessen. Das lässt sich damit erklären, dass der Grossteil von Coffein metabolisiert wird und nur ein geringer Anteil, 3-10% unverändert mit dem Urin ausgeschieden wird. Eine Person, bei der 12 mg Coffein oder mehr in 1ml Urin nachgewiesen wird, bezeichnete man vor 2004 als gedopt. Bei hoher Flüssigkeitszunahme nimmt die Konzentration von Coffein im Blut ab.

 

Falls man eine legale Möglichkeit sucht seine Leistungsfähigkeit zu verbessern, kann man jeden Tag 3-6 mg Coffein pro kg Körpergewicht einnehmen. Die Sportler, die sich über dem Limit befinden, nehmen meistens während des Trainings grosse Mengen ein, hören aber 48-72 Stunden vor dem Wettkampf auf.

 

Ein erweitertes Modell

 

Ein komplexeres Modell berücksichtigt die Tatsache, dass das Coffein nicht zeitverzugslos aufgenommen wird, und es trennt den metabolischen Abbau von der Ausscheidung. Die Aufnahme geschieht mit 10 Minuten Halbwertszeit. Der Wert der Ausscheidung über den Urin wird mit ca. 9% angenommen.

 

Abbildung 21: Simulationsdiagramm mit Einnahme, Resorption, Metabolismus und Ausscheidung von Coffein

 

Dokumentation (Gleichungen, Parameter)

 

(01)      Blut= INTEG (+Resorption+RGgb-Elimination-RGbg,                   0)

            Units: mg [0,?]

(02)      Blut Konzentration=                  Blut/Blut Volumen

            Units: mg/ml [0,?]

(03)      Blut Volumen=              5000

            Units: ml [3000,7000]

(04)      Elimination=                 ke*Blut

            Units: mg/Hour [0,?]

(05)      FINAL TIME  = 24

            Units: Hour

            The final time for the simulation.

(06)      Gehirn= INTEG (RGbg-RGgb,                0)

            Units: mg [0,?]

(07)      HWZe=             2

            Units: Hour [1.5,2.5]

            Halbwertszeit ca. 2 Stunden

(08)      HWZr=             0.3

            Units: Hour [0,1]

            Halbwertszeit ca. 20 Minuten entspr. 0.3 h

(09)      INITIAL TIME  = 0

            Units: Hour

            The initial time for the simulation.

(10)      kbg=                0.1

            Units: 1/Hour [0,?]

            Annahme

(11)      ke=                  ln(2)/HWZe

            Units: 1/Hour [0,?]

(12)      kgb=                0.2

            Units: 1/Hour [0,?]

            Annahme

(13)      kr=                   ln(2)/HWZr

            Units: 1/Hour [0,?]

(14)      "Magen-Darm"= INTEG (-Resorption,                  400)

            Units: mg [0,?]

            Angenommene Menge: 400 mg, entspricht etwa 5 Tassen Expresso

(15)      Resorption=                  kr*"Magen-Darm"

            Units: mg/Hour [0,?]

(16)      RGbg=             kbg*Blut

            Units: mg/Hour [0,?]

(17)      RGgb=             kgb*Gehirn

            Units: mg/Hour [0,?]

(18)      SAVEPER  =            TIME STEP

            Units: Hour [0,?]

            The frequency with which output is stored.

(19)      TIME STEP  = 0.01

            Units: Hour [0,?]

            The time step for the simulation.

 

Die realen Daten zeigen eine grosse Variation der Urinkonzentrationen. So wurden die 12 μg/ml Urin von einem Sportler mit 275 –300 mg Coffein überschritten, die normalerweise nur zu ca. 8 μg/ml führen.

 

Simulation. Blutkonzentration

 Vergleich der Simulation mit gemessenen Daten der Urinkonzentrationen[48] (9 Probanden,

12 Stunden vorher kein Coffeinkonsum)

Abbildung 22: Zeitdiagramm von 285 mg Coffein bei 5000 ml Blut im Urin

 

Bei normalen Kaffeetrinkern schnellt der Coffeinspiegel im Blut rasant nach oben und sinkt dann fast ebenso rasch wieder ab. Dadurch ist er nur für rund zwei Stunden hoch genug, um die üblich beobachteten Wirkungen hervorzurufen[49].

 

10     Coffein als Insektizid

 

Über die Funktion von Coffein und Theophyllin in den sie synthetisierenden Pflanzen ist recht wenig bekannt.

Die Synthese von Coffein in der Pflanze könnte über Oxidation und Methylierung z.B. von Adenosin erfolgen.

An der Harvard Medical School durchgeführte Arbeiten ergaben nun, dass Methylxanthine den Insektenfrass verhin­dern und in den natürlich auftretenden Konzentrationen als Insektizide wirken. Zudem wirken sie syner­getisch mit gewlssen Insektiziden, so dass die Dosierung der letzteren stark reduziert werden könnte.

Für diese Untersuchungen wurden vor allem Larven des Tabakschwärmers Manduca sexta verwendet, die leicht im Laboratorium aufgezogen werden können. Gab man ihrer Nahrung pulverisierten Kaffee oder Tee zu, so beobach­tete man im Konzentrationsbereich von 0,3 bis 10 % für Kaffee und 0.1 bis 3 % für Tee eine dosisab­hängige Inhi­bition der Nahrungsaufnahme, die von Zittern, Hyperaktivität und verlangsamtem Wachstum be­gleitet war. Bei hö­heren Konzentrationen (mehr als 10 % für Kaffee, mehr 0,1 bis 3 % für Tee) starben die Lar­ven innert 24 Stunden. Dieselben Wirkungen erhielt man mit reinem Coffein sowie ungetrockneten Teeblättern beziehungsweise Kaffee­bohnen; letztere enthalten 0,8 % Coffein, während die Coffeinkonzentration in Teeblät­tern zwischen 0,7 und 2,1 % liegt. Diese Konzentrationsbereiche genügen, um die Larven abzutöten. Toma­tenblätter, welche die Larven sonst gerne fressen, werden wirkungsvoll geschützt, wenn sie mit Coffeinlösun­gen der erwähnten Stärke besprüht wer­den. Dieselbe Wirkung haben Theophyllin sowie das synthetische Methylxanthin IBMX (Isobutylmethylxanthin) auch auf Mehlwürmer und eine Reihe von Schmetterlingslarven. 

 

Es ist bekannt, dass Methylxanthine im Gewebe von Wirbeltieren Enzyme des Phosphodiesterasetyps blockie­ren; diese Enzyme spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, da sie cyclisches Adenosinmonophosphat (c-AMP) hy­drolysieren. Dieselbe Wirkung konnte nun bei den erwähnten Blattschädlingen nachgewiesen werden. Die Insekti­zide des Formamidin-Typs basieren auf einer starken Aktivierung der Synthese von cyclischem AMP (c-AMP). Kombiniert man diese Insektizide mit Methylxanthinen, wird deren Wirkung potenziert. So werden Blät­ter, die mit einer mini­mal toxischen Dosis des Insektizids behandelt wurden, ohne Schaden von den Larven gefressen. Gibt man jedoch Coffein hinzu, so wird die Nahrungsaufnahme deutlich reduziert, und nach sechs Tagen sterben die Schädlinge. Man erhält auf diese Weise eine dreissig- bis hundertfache Potenzierung der Insektizidwirkung. Dieser Synergis­mus tritt nur bei Insektiziden auf, die auf das cyclische AMP einwirken[50]. Eine antimikrobielle Wirkung von Coffein wurde im Zusammenhang mit der Allelopathie gefunden[51].

11     Allgemeine Literatur

 

Gleiter Ch.H., Deckert J., Coffein, Klinische Pharmakologie und Anwendung als Pharmakon, Med.Mo.Pharm., 259, 1992, Heft 9

Jakubke H.D., Jeschkeit H., Koffein, Lexikon Biochemie, Verlag Chemie GmbH, Weinheim, 1976

Moeschlin S., Klinik und Therapie der Vergiftungen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1980, 513

Stephan U. et al., Koffein, Fachlexikon ABC Toxikologie, Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main, 1985

Sticher H. et al., Agrikulturchemisches Praktikum, ETH, Ausgabe Sommersemester 1987, S.43

Tutsch D. (Hrsg.) Roche Lexikon Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München,Wien,Baltimore, 1984

Spode H., Die grosse Ernüchterung, Kaffee - Europas Droge der Vernunft, NZZ, Nr. 172, Mittwoch 28. Juli 1993, S.48

Weinberg B.A., Bealer B.K., The world of caffeine, Routledge, London, 2001

 

 


12     Aufgaben

1.      Welche weiteren Eigenschaften hat Coffein, ausser den schon aufgeführten?

2.      Zeichnen Sie die räumliche Struktur des Moleküls

3.      Machen Sie eine Skizze des zeitlichen Verhaltens bei Aufnahme und Abbau. (Konz./Zeit- Diagramm)

4.      In welchem Ausmass und warum unterscheiden sich die Toxizitäten bei unterschiedlichen Spezies und Aufnahmearten?

5.      Zeichen Sie die Dosis- Effekt- Kurve für die erwünschten Reaktionen (Leistungssteigerung, Doping, 1.Kurve) unerwünschten Reaktionen (2.Kurve) und die Letalitäten (3.Kurve). Interpretieren Sie.

6.      Wenn man Alkohol getrunken hat, kann man dann durch einen Kaffee etwas fahrtüchtiger werden?

7.      Wie effektiv ist Coffein als Doping?

8.      Was verstehen Sie unter Synergismus von Coffein als Insektizid?

 

13     Lösungen

 

  1. Coffein zeigt seine maximale Wirkung nach ca. 40 Minuten à Abbildung 20
  2. siehe à Abbildung 2
  3. siehe à Abbildung 20, Abbildung 22
  4. Es ist bekannt, dass Methylxanthine bei Blattschädlingen Enzyme des Phosphodiesterasetyps blockie­ren; diese Enzyme spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, da sie cyclisches Adenosinmonophosphat (c-AMP) hy­drolysieren.

 

  1. Zeichen Sie die Dosis- Effekt- Kurve für die
    • erwünschten Reaktionen (Leistungssteigerung, Doping, 1.Kurve)
    • unerwünschten Reaktionen (2.Kurve) und die
    • Letalitäten (3.Kurve).
    • Interpretieren Sie.

 

Mittlere Dosen:

A: Leistungssteigerung (legales Doping): 300 mg

B: Unerwünschte Reaktionen: 500 mg

C: Letal: Erwachsene 10 g, Kinder 5 g

 

Berechnung mit der Occupationstheorie:

Erel = D/(D + Kd); die Dosis wird logarithmisch aufgetragen

 

 

Interpretation:

Die Dosis für Leistungssteigerung (legales Doping) und die für unerwünschte Nebenwirkungen liegen sehr nahe zusammen. Wer mit Coffein die Leistung steigert, muss mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen. Letalität mit Coffein ist sehr selten, da der Abstand der Wirkungs-Kurve von unerwünschten Wirkungen und Letalität fast 2 Potenzen auseinander liegen [Abstand ED(50) zu LD(50) ist gross; therapeutische Breite].

 

  1. Nein, Coffein kann die Wirkung von Alkohol nicht „neutralisieren“
  2. Coffein ist sehr wirksam.
  3. Kombiniert man diese Insektizide mit Methylxanthinen, wird deren Wirkung potenziert, also eine enorme Verstärkung der Insektizidwirkung.


[1] Pfaff, Koffein und Kaffeesäure, XXIV, 376 im Namensregister von: Poggendorff J.C. (Hrsg.), Annalen der Physik und Chemie, Verlag Ambrosius Barth, Dreissigster Band, Leipzig, 1836, S.364

[2] Liebig Justus von, Annal. der Pharmacie, Bd. I, 1832, S. 17 zitiert in: Ueber die Wirkung des gerösteten Kaffees auf thierische und pflanzliche Ausdünstungen, Annalen der Physik und Chemie, Verlag Ambrosius Barth, Leipzig, 1832, Vierundzwanzigster Band, S.377

[3] Bley L., Oeconomie, Allg. Literatur-Zeitung, Monat November, Gebauersche Buchdruckerei, Halle, 1846, S.923

[4] Harborne J.B., Ökologische Biochemie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin/Oxford, 1995, S.234

[5] Schrödter Rüdiger, Mit allen Sinnen Schmecken, Referat Jubiläums-Kongress Swiss Engineering STV, http://www.olfatype.de/html/img/pool/Referat_Schroedter.pdf?sid=8dfbaac94df5fee855979a0bf6e7c440, 2009-04-19

[6] Caffeine, FDA, Maximum Recommended Therapeutic Dose (MRTD), www.fda.gov/cder/Offices/OPS_IO/MRTD.htm#A, 2007-06-13

[7] http://esc.syrres.com/interkow/kowdemo.htm

[8] Ulmer S., Koffein in Seen und Flüssen, NZZ, Mittwoch 19. März 2003, Nr. 65, 70, nach Eniron. Sci and Techn., 37, 2003, S.691

[9] Schnabel E., Wirkung von Koffein und Dextrose auf Fahrverhalten und Fahrerzustand, Diplomarbeit, Universität Würzburg, 2006

[10] Gut 49: 87-90 (2001) zitiert in: spectrumdirect, Kein Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Darmkrebs, 18. Juni 2001

[11] Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält etwa 30 bis 100 mg. Eine kleine Tasse Espresso (30 ml) etwa 40 mg Coffein.

[12] Williams M.H., Ernährung, Fitness und Sport, Ullstein Mosby, 1997, S.76

[13] Adan A., Prat G., Fabbri M., Sànchez-Turet M., Early effects of caffeinated and decaffeinated coffee on subjective state and gender differences, Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry, Vol. 32, 7, 1 October, 2008, 1698-1703

[14] Sicard B., Die Alltagsdroge Koffein, Spektrum der Wissenschaft, Juni 2003, S.70

[15] Combemale F., La Noix de Kola, Bullet. géner. de thérap. Januar 29, 1892, zitiert in Rosenberg S., Centralblatt für Klinische Medicin, Dreizehnter Jahrgang, Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 38, S.808

[16] Boublik H.J. et al., Nature, 1983, 301, S.195

[17] Corti R. et al., Circulation, 2002, 106, 2935 (zitiert in Burke M., You can’t take the kick out of a decaff coffee, Chemistry in Britain, January 2003, S.19

[18] Koolman J., Moeller H., Röhm K.H. (Hrsg.), Kaffee, Käse, Karies... Biochemie im Alltag, Wiley-VCH, Weinheim, 1998

[19] Sicard B., Die Alltagsdroge Koffein, Spektrum der Wissenschaft, Juni 2003, S.67

[20] Syed S.A., Kamimori G.H., Kelly W., Eddington N.D., Multiple dose pharmacokinetics of caffeine administered in chewing gum to normal healthy volunteers, Biopharm-Drug-Dispos., Dec. 26(9), 2005, p. 403-9

[21] Bützer P., Roth M., Die Zeit im Griff, Systemdynamik in Chemie und Biochemie, verlag pestalozzianum, Zürich 2006, S.43ff

[22] Stephan U., Elstner P., Müller R.K., (Hrsg.), Fachlexikon ABC Toxikologie, Verlag Harri Deutsch, Thun/Frankfunrt a.M., 1985, S.96

[23] Weinberg B.A., Bealer B.K., The World of Caffeine, Routledge, London, 2001, S.222

[24] Wang T, Kleber G, Stellaard F, Paumgartner G., www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?­cmd=Retrieve­&db=PubMed&list_uids=4079279&dopt=Abstract, 11.08.2003

[25] Sprier L.L, Howlett R.A., Caffeine. In: Maugham R.J. (Hrsg.) Nutrition in Sport, Blackwell Science, Oxford, 2000, 379-392, zitiert in: Kaffee: geschmackvoller Muntermacher, nutritio, 45-1/02, S.6

[26] Ergogen (aus den griechischen Wörtern ergon, Arbeit, und gennan, produzieren): leistungserzeugend oder leistungsverbessernd.

[27] Maughan R.J., Griffin J., Caffeine Ingestion and Fluid Balance: A review, J. of Human Nutrition and Dietetics, Dec., 2003, 16 (6), 411–420

[28] Koppelstätter F. et al., Influence of Caffeine Excess on Activation Patterns in Verbal Working Memory, Radiological Society of North America Annual Meeting, Chicago (27.11.-2.12.2005), zitiert in: spectrumdirect, 30. November 2005

[29] Lieberman HR, Tharion WJ, Shukitt-Hale B, Speckman KL, Tulley R., Effects of caffeine, sleep loss, and stress on cognitive performance and mood during U.S. Navy SEAL training. Sea-Air-Land, Psychopharmacology (Berl). 2002 Nov;164(3):250-61. Epub 2002 Sep 05

[30] ni, Zu viel Kaffee gefährlich fürs Ungeborene, NZZ, Mittwoch 2. April 2003, Nr. 77, S.68

[31] Weng Xiaoping, Odouli Roxana, Li De-Kun, Maternal caffeine consumption during pregnancy and the risk of miscarriage: a prospective cohort study, American Journal of Obstetrics & Gynecology, 2008, 1.e1

[32] Stephan U., Elstner P., Müller R.K., (Hrsg.), Fachlexikon ABC Toxikologie, Verlag Harri Deutsch, Thun/Frankfunrt a.M., 1985, S.96

[33] Moeschlin Sven, Klinik und Therapie der Vergiftungen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York, 1980, S.513

[34] Moore Thomas, Take time for a winning cup of coffee, New Scientist, 18. Juli 1992, S.8

[35] Eine Probe gilt als nicht Coffein positiv, wenn der Athlet klar und eindeutig nachweisen kann, dass die anormale Konzentration auf physiologische Bedingungen zurückzuführen ist.

[36] bsn, Bugno 1990, Souvenir (X) – 19. Juli, NZZ, Donnerstag 19. Juli 2007, Nr. 165, S. 47

[37] Kovacs, Stegen, Brouns, Effekt verschiedener Coffein- Dosierungen auf die Leistung beim Fahrrad-Zeitversuch, Inside-Abstracts 1.Mai 1999 Isostar Nutrtion Foundation, Department of Human Biology, Maastrich University und Novartis Nutrition Research unit,The Netherlands, Coffein, Doping, http://www.dopingnews.de/kaffe-Rad.html, 03.08.01

[38] Hilty Lea, Legales Doping, Maturaarbeit, Kantonsschule Heerbrugg, 2002

[39] Spriet L.L, Howlett R.A., Caffeine. In: Maugham R.J. (Hrsg.) Nutrition in sport, Blackwell Science, Oxford, 2000, 379-392, zitiert in: Kaffee: geschmackvoller Muntermacher, nutritio, 45-1/02, S.6

[40] Knechtle B. (Hrsg.), Aktuelle Sportphysiologie, Leistung und Ernährung im Sport, S. Karger AG, Basel, 2002, S.258

[41] Sicard B., Die Alltagsdroge Koffein, Spektrum der Wissenschaft, Juni 2003, S.68

[42] Pedersen David J., Lessard Sarah J, Coffey Vernon G, Churchley Emmanuel G, Wootton Andrew M, Ng They, Watt Matthew J, Hawley John A., High Rates of Muscle Glycogen Resynthesis after Exhausive Exercise when Carbohydrate is Co-Ingested with Caffeine, J Appl Physiol (May 8, 2008). doi:10.1152/japplphysiol.01121.2007

[43] NCBI, PubMed, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/, 2009-05-30

[44] Chen Chaomei, CiteSpace, http://cluster.cis.drexel.edu/~cchen/citespace/, 2009-05-30

[45] Simulations-Software: Vensim® PLE, Ventana Systems, Inc., www.vensim.com/

[46] Bützer Peter, Roth Markus, Die Zeit im Griff, Systemdynamik in Chemie und Biochemie, verlag pestalozzianum, Zürich 2006, 57ff

[47] Csajka C., Haller C.A., Benowitz N.L., Verotta D., Mechanistic pharmacokinetic modelling of ephedrine, norephedrine and caffeine in healthy subjects, Br J Clin Pharmacol, 59:3, 2005, p.335-345

[48] Schänzer Wilhelm, www.dshs-koeln.de/biochemie/rubriken/10_main.html, Coffein, 11.08.2003

[49] Sicard B., Die Alltagsdroge Koffein, Spektrum der Wissenschaft, Juni 2003, S.69

[50] Science 226/4671, 184 (1984) (Autor nicht bekannt)

[51] Harborne J.B., Ökologische Biochemie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin/Oxford, 1995, S. 305