Dans les champs de l'observation, le hazard ne favorise que les ésprits préparés.
[Louis Pasteur(1822-1895), Mikrobiologe]
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die Fläche |
eine Kante |
eine Ecke |
Abbildung 6: Eine Fläche: Ein Gebetsteppich aus der Türkei
Der Abschluss, die Grenze, eines Teppichs kann auf verschiedene Weise erfolgen, als Fransen, als Borde oder als Ecke. Immer stellt er grosse Anforderungen an Design, Handwerk und Material. Die Struktur ist anders als das Gewebe der Fläche. Das Randmuster hebt sich offensichtlich auch strukturell vom Mittelbild ab – wie bei flachen Netzen oder Schichten.
Graphit, eine reine Kohlenstoffverbindung, hat wie ein Teppich in der Fläche ganz andere Eigenschaften, als am Rand.
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Das „Gerippe“ eines Ausschnitts einer Graphitschicht mit Wasserstoffatomen am Rand |
Die Elektronendichte-Verteilung der Graphitschicht an der Oberfläche (Elektronendichte: rot: gross, blau: klein) |
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Elektronenmikroskopische Aufnahme einer Graphitoberfläche |
Graphitgitter (Blick auf die Graphitschichten) |
Graphitgitter (3 Schichten von der Seite gesehen) |
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Abbildung 7: Ein kleiner Ausschnitt einer Graphitfläche.
Dieses Beispiel des Graphits mach deutlich, dass sich der Rand von Graphit chemisch anders verhalten muss, als die Fläche. Die Kohlenstoffatome am Rand können nicht alle Bindungen mit anderen Kohlenstoffen eingehen, die notwendig wären, um stabil zu sein. Graphit lagert sich in Schichten ab, die sich relativ wenig binden und so gegeneinander verschiebbar sind - Graphit ist deswegen ein Schmiermittel. Welche Eigenschaften haben die Kohlenstoffatome am Rand?
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Ein Untier, das mit 2 Armen und 2 Füssen zupacken kann |
Untiere im Verband, diejenigen am Rand sind noch gefährlich. Warum? |
Ein Atom kleinste Einheit eines chemischen Elements. Es besteht aus Atomkern und Elektronen. Der Atomkern wiederum ist aus Protonen und Neutronen aufgebaut, das 4 Bindungen machen kann |
Atome in Verband. Die Atome am Rand und in den Ecken können noch Bindungen machen - sie sind noch reaktiv. |
Abbildung 8: Die Reaktivität an Ecken und Kanten in einem einfachen Modell
Wenn sich Gegensätze ergänzen ist alles harmonisch.
[Lao-tse, um 570 bis ca. 490 v. Chr. oder 4. Jahrhundert v. Chr., chinesischer Philosoph]
Molybdändisulfid (MoS2) besteht normalerweise aus grossen, flachen Schichten aus Molybdänatomen, die unten und oben von einatomigen Schwefellagen eingeschlossen sind. Da die Wechselwirkungen zwischen benachbarten Schwefelschichten nur schwach sind, können diese leicht aufeinander gleiten, was sie zu einem hervorragenden Hochtemperatur-Schmierstoffen macht. Eine zweite, wichtige kommerzielle Anwendung der Verbindung Reiner Stoff, der aus mehreren Elementen in festgelegtem Mengenverhältnis aufgebaut ist (chemisch) ist die Nutzung als Katalysator im Dienste der Kraftstoffindustrie. Mit Hilfe des Molybdändisulfids werden die schwefelhaltigen Verbindungen des Benzins entfernt. Bei der Verbrennung würden diese ungeliebten Bestandteile sonst zur Bildung des ökologisch schädlichen sauren Regens beitragen (S + O2 è SO2; SO2 + H2O è H2SO3).
Die flachen Ebenen, die Molybdändisulfid zu einem so guten Schmierstoff machen, beeinträchtigen leider auch seine Fähigkeit, mit den Brennstoffen zu reagieren, um den Schwefel zu entfernen. Der Grund ist der folgende: Alle Reaktionen, die zur Entfernung des Schwefels nötig sind, verlaufen entlang der Ränder der ebenen Schichten – nur dort ist das Molybdän reaktiv. Je grösser die Flächen von MoS2 sind, desto geringer ist der Anteil der Ränder. Mit Hilfe von Ultraschall lassen sich die grossen Schichten in Cluster von einigen tausend Atomen „zerbrechen“. Die Aktivität des Katalysators wird damit um etwa das Zehnfache gesteigert.
[1] Suslick K., Mdleleni M., Hyeon T., Mit Ultraschall zu besseren Katalysatoren, J. Amer. Chem. Soc., 24. Juni 1998, zitiert in http://www.spektrum.de/ticker, 8. Juli 1998